Die IVB und der stellvertretende Abteilungsvorstand der Mobilitätsplanung, Michael Ernst, präsentierten in der Gemeinderatssitzung im März 2026 die aktuelle „Planungsvariante 3“ der Regionalbahn, inklusive des Geh- und Radwegs entlang der Trasse.

Erste Überlegungen zur Regionalbahn reichen bis ins Jahr 2003 zurück. Die ersten drei Teilabschnitte der Straßenbahn sind inzwischen umgesetzt. Mehrfach wurden Änderungen in der Streckenführung und Detailplanung im Gemeinderat beraten und vorgestellt. Mit der vierten Etappe steht das Projekt nun vor einem weiteren wichtigen Entwicklungsschritt. Die „Harterhöfe“ im Westen Innsbrucks gelten dabei als zentrale Entwicklungsgebiete der Stadt, weshalb die Linienführung in einem langen Stadtentwicklungsprozess sorgfältig festgelegt werden musste.

Das Projekt wurde bereits mehrfach im Gemeinderat vorgestellt; ursprünglich war eine Eröffnung für 2025 vorgesehen. Nach aktuellem Stand wird die erste Straßenbahn in den Süden der Cyta voraussichtlich 2030 verkehren.

Eine wesentliche Änderung gegenüber den ursprünglichen Plänen betrifft die Trassenführung: Statt einer eingleisigen Verbindung von Kranebitten nach Völs wird nun eine zweigleisige Variante geprüft – allerdings mit deutlich höheren Kosten.

Auslöser für die Anpassung war die Brückensituation über den Inn. Dabei zeigte sich, dass es bei der bestehenden und der geplanten neuen Brücke zu Konflikten kommen könnte und die vorhandene Breite nicht ausreicht. Daher wurde die „Planungsvariante 3“ so weiterentwickelt, dass der Radweg durchgehend auf der Südseite verläuft – zweispurig, beleuchtet und ohne Unterbrechung. Geplant sind zudem eine Eisenbahnkreuzung und ein Fußgängerübergang.

Eine erhebliche Verbesserung der Radinfrastruktur – keine Frage, aber mit hohen Kosten für die Gemeinde Völs, der ursprünglich Kostenneutralität zugesichert worden war.

Im Mittelpunkt steht nun die Finanzierung der zusätzlichen Aufwendungen, die nicht vom Regionalbahnprojekt gedeckt sind. Auch Wartung und Instandhaltung der zusätzlichen Infrastruktur würden in die Verantwortung der Gemeinde fallen.

Laut IVB stiegen die Fahrgastzahlen kontinuierlich und liegen bereits über den Erwartungen. Ziel ist es, Fahrgäste frühzeitig vor dem Zentralraum Innsbruck Mitte abzufangen und eine direkte Verbindung zwischen Völs und Rum zu schaffen – ohne Umstieg am Hauptbahnhof. Die Strecke wird laut IVB-Angaben sehr gut angenommen, was die Bedeutung des Projekts für den öffentlichen Verkehr im Zentralraum erneut unterstreicht.

Die Kosten für Grundablösen und Vorfinanzierungen müssen von der Gemeinde Völs und der Stadt Innsbruck getragen werden. Auf die Frage von Vizebürgermeisterin Silvia Pöhli, ob die Finanzierung durch den Bund bereits gesichert sei, erhielt der Gemeinderat eine klare Antwort: Nein. Man rechne jedoch mit einer Finanzierungszusage für Privatbahnen.

Die Präsentation der aktuellen Regionalbahnplanung am 25. März 2026 diente ausschließlich der Information der Gemeinderatsmitglieder. Die nächsten Schritte im komplexen Verfahren beinhalten nun die Grundverhandlungen, die eisenbahnrechtliche Einreichung, Verfahren nach den jeweiligen Materiengesetzen, die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen sowie die Vorbereitung der Hauptbaumaßnahmen. Das Projekt bleibt dabei von mehreren externen Stellen und deren Verfahren abhängig.

Für die weitere Planung und die Erarbeitung von Musterverträgen erwartet die IVB eine Entscheidung des Völser Gemeinderats noch im April 2026.

Eine voreilige Entscheidung lehnt die VVP jedoch ab – ein Projekt dieser Größenordnung muss gut durchdacht, vorbereitet und finanziert sein.

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